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Die Pyramide von Saqqara

  • 4. März
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. März

Der Ursprung der Pyramiden


Bevor die großen Pyramiden von Gizeh entstanden, begann die Geschichte der Pyramiden in Saqqara.


Hier ließ Pharao Djoser vor über 4600 Jahren die erste monumentale Steinpyramide der Menschheitsgeschichte errichten. Ihr Schöpfer war Imhotep, Architekt, Hohepriester, Arzt und einer der bedeutendsten Gelehrten des alten Ägyptens.


Jahrhunderte nach seinem Tod wurde Imhotep in Ägypten als göttlicher Weiser verehrt. Sein Name blieb mit diesem Ort verbunden.


Mit der Stufenpyramide entstand nicht nur ein neues Bauwerk. Hier entwickelte sich erstmals die Idee, Architektur bewusst als Teil eines spirituellen Weges zu gestalten.


Der gesamte Pyramidenkomplex wurde wie eine symbolische Landschaft angelegt. Höfe, Tempel und Prozessionswege bildeten eine Struktur, die Übergänge sichtbar machte und rituell begleitete.


Ein besonders eindrucksvoller Ort innerhalb der Nekropole ist das Serapeum von Sakkara. Im Serapeum von Saqqara stehen gewaltige Sarkophage aus massivem Granit, jeder aus einem einzigen Steinblock gearbeitet und viele Dutzend Tonnen schwer. Die gängige archäologische Erklärung verbindet diese Kammern mit dem Kult der heiligen Apis Stiere, doch die Präzision der Bearbeitung wirft bis heute Fragen auf. Wenn man zwischen diesen Granitstrukturen steht, entsteht fast automatisch die Frage, welches Wissen und welche Bedeutung solche Bauwerke ursprünglich getragen haben.


Wenn man sich zwischen diesen Steinstrukturen bewegt, verändert sich die Wahrnehmung des Ortes oft sehr schnell. Die Dimension der Anlage, das Alter der Bauwerke und die Präsenz des Steins lassen sich durch Bilder kaum vermitteln. Erst wenn man selbst dort steht, beginnt man zu verstehen, warum dieser Ort Menschen seit Jahrhunderten fasziniert.


Saqqara war über lange Zeit ein bedeutendes religiöses Zentrum. Im Pyramidenkomplex befindet sich auch der sogenannte Sed Hof, in dem das königliche Erneuerungsritual gefeiert wurde. Bei diesem Ritual bestätigte der Pharao symbolisch seine Lebenskraft und seine Verbindung zur göttlichen Ordnung.


Mit diesem Ritual ist ein Symbol verbunden, das im alten Ägypten eine zentrale Rolle spielte. Der Djed Pfeiler steht für Stabilität, Aufrichtung und erneuerte Lebenskraft. In bestimmten Zeremonien wurde dieser Pfeiler rituell aufgerichtet.


Auch die Architektur des Ortes greift dieses Motiv auf. Unter der Stufenpyramide liegt ein weit verzweigtes System aus Gängen und Kammern. Besucher bewegen sich dabei durch enge Korridore in die Tiefe der Pyramide und steigen anschließend wieder nach oben. Dieser Weg vom Abstieg in die Dunkelheit zurück ins Licht erinnert an ein uraltes Symbol der Wiedergeburt, wie es auch im Bild des aus dem Schlamm aufsteigenden Blauer Lotus erscheint.


Viele Jahrhunderte später entwickelte sich Saqqara zudem zu einem bedeutenden Pilgerort. Menschen reisten hierher, um das Heiligtum des vergöttlichten Imhotep zu besuchen. Einige verbrachten die Nacht in der Nähe des Tempels in der Hoffnung auf eine heilende oder richtungsweisende Traumvision. Diese Praxis wird heute als Trauminkubation bezeichnet.


Saqqara ist deshalb ein besonderer Ort unserer Reise.


Viele Menschen, die sich zu dieser Reise nach Ägypten hingezogen fühlen, befinden sich selbst an einem Punkt ihres Lebens, an dem sich eine neue Richtung abzeichnet. Sie haben bereits viel erlebt, gearbeitet und gesucht. Gleichzeitig entsteht das Gefühl, dass sich eine neue Ebene öffnet.


Saqqara erinnert daran, dass solche Schwellen zum menschlichen Weg gehören.


Während unseres Besuchs nehmen wir uns Zeit, diesen Ort bewusst zu erleben und Raum für Wahrnehmung und Reflexion zu lassen.


Für viele Menschen entsteht hier ein erster innerer Perspektivwechsel. Die Reise nach Ägypten wird von einer äußeren Besichtigung zu einer persönlichen Erfahrung.


Für manche beginnt an diesem Ort das Gefühl, dass diese Reise mehr ist als eine gewöhnliche Reise durch Ägypten.


Saqqara markiert damit einen wichtigen Beginn unserer gemeinsamen Reise durch die Tempel und Kraftorte dieses Landes.




 
 
 

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